Creaclic - Kreative Medienpädagogik

Netcoaches in Cuxhaven

Schüler helfen Schülern bei Problemen im Internet

Projektzeitraum: 2014/2015

Kooperationspartner: Amandus-Abendroth-Gymnasium,

Realschule Cuxhaven, Wichernschule Cuxhaven

 

 

 

 

In der 3. Schulstunde am Amandus-Abendroth-Gymnasium Cuxhaven. Zwei Schüler haben sich in einen Klassenraum zurückgezogen, denn es gibt ein heikles Problem, über das sie sprechen wollen: jemand hat peinliche Fotos über Soziale Netzwerke rumgeschickt und jetzt hat sie die ganze Klasse und lacht darüber, erzählt die 13jährige Julia. Ihr gegenüber sitzt Achtklässler Rayk in einem roten T-Shirt mit der Aufschrift „Netcoaches“. Er ist Netcoach und kann seine Mitschüler beraten, wenn diese Probleme im Internet haben.

Diese Szene ist eine Übung für die Netcoaches, eine gespielte Beratungssituation. Hier lernen sie, wie man andere berät, wenn diese mit Problemen oder Fragen zu ihnen kommen. Drei Tage lang wurden die Netcoaches in Sachen Internetsicherheit ausgebildet, mit Rollenspielen, Diskussionsrunden, Filmen und einem Arbeitsheft haben sie sich intensiv mit den Themen Cybermobbing, Privatsphäre im Netz und Datenschutz auseinander gesetzt. Schüler helfen Mitschülern – denn oft sprechen Jugendliche lieber mit Gleichaltrigen als mit Eltern oder Lehrern, vor allem, wenn es ums Internet geht. Ebenfalls wichtig war die Teambildung, die Netcoaches sollen sich als ein großes Team verstehen, das gemeinsam an einem Ziel arbeitet. Nachdem das Projekt 2011 in Bremen gestartet ist, gibt es nun auch an drei Schulen in Cuxhaven ab dem Schuljahr 2014/2015 Netcoaches: am Amandus-Abendroth-Gymnasium, an Realschule Cuxhaven und an Wichernschule – zum ersten Mal nimmt an dem Projekt damit eine Förderschule teil.

Bei der Ausbildung lernen die Netcoaches auch, wie man bei einem Sozialen Netzwerk, wie zum Beispiel Facebook, seine Privatsphäre schützt. Schnell stellen die Schüler fest: „Das ist richtig schwer zu finden, mit welchen Einstellungen ich meine Fotos so schütze, dass sie nur meine Freunde sehen können und nicht alle bei Facebook“, sagt ein Schüler. Gemeinsam suchen die Netcoaches nach den richtigen Einstellungen und wissen auch: Das ist extra so gemacht, dass man die richtige Einstellung nicht so leicht findet…

Aber nicht nur die Netcoaches haben sich intensiv mit dem Thema Internet beschäftigt. In der ersten Stufe des Projektes haben alle 8. Klassen der beteiligten Schulen einen Tag lang am „Aktionstag Internetsicherheit“ teilgenommen. Bei Spielen, Theaterstücken, Filmen und Diskussionen ging es einen Schultag lang um Sicherheit im Netz. Auch die Klassenlehrer waren bei dem Aktionstag mit dabei und wurden so in dem Thema fortgebildet. An der Ausbildung der Netcoaches nimmt ebenfalls ein Lehrer teil, um das Projekt anschließend an der Schule zu begleiten. Wichtig ist auch die Öffentlichkeitsarbeit der Netcoaches, um das Projekt an der Schule bekannt zu machen: die Netcoaches bekommen rote T-Shirts, die sofort ins Auge springen, stellen sich in allen unteren Klassen vor, organisieren einen Stand in der Pausenhalle und verteilen Flyer, gestalten einen Schaukasten und überlegen, wie man für andere Klassen einen Workshop zum Thema Internetsicherheit anbieten kann. Im Laufe des Schuljahres finden dann für die Netcoaches noch Nachbetreuungstermine mit den Medienpädagogen statt, bei denen sich die Schüler austauschen, über ihrer Erfahrungen und eventuelle Probleme sprechen können.

„Probleme im Internet? Wir helfen dir!“ – steht auf den Flyern, die die Netcoaches an ihren Schulen verteilen. Hochmotiviert sind sie nach den drei Tagen intensiver Ausbildung, die Netcoaches sind jetzt Experten in Sachen Sicherheit im Internet und bereit, ihren Mitschülern zu helfen.

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