Creaclic - Kreative Medienpädagogik

Neue Liebe

Ein dokumentarisches Filmprojekt über Abschied und Akommen

Neue Liebe

Projektzeitraum: 1.3.2014-31.12.2014

Kooperationspartner: Ute Feldt, Migrationsberatung des Caritasverbands Cuxhaven, Mehrgenerationenhaus Cuxhaven

 

 

Im Watt in Cuxhaven an einem Sommertag. Statt Touristen in Funktionsjacken sieht man eine bunte Gruppe von Kindern und Jugendlichen aus Somalia, Bulgarien, Kolumbien. Skeptisch machen sie ihre ersten Schritte auf dem matschigen Boden, einige sind zum ersten Mal im Watt. Gemeinsam versuchen die Kinder und Jugendlichen, einen Drachen steigen zu lassen. Die Sonne scheint, alle haben sichtlich Spaß im Watt.

Mit einer Kamera filmen einige von ihnen, wie ein Drachen langsam in den Himmel steigt. Dies ist eine Szene aus dem Filmprojekt „Neue Liebe“.  Die Projektteilnehmer sind zwischen 11 und 18 Jahren alt, neu in Cuxhaven und gehen in eine Sprachlernklasse, wo sie Deutsch lernen. Wir geht es ihnen in Cuxhaven, wie finden sie neue Freunde, wie verändern sie sich an diesem neuen Ort? Um diese Fragen dreht sich der Film, der über mehrere Monate hinweg in Cuxhaven produziert wurde.

Drachensteigen

„Am Anfang des Projektes konnten viele fast kein Deutsch und es war schwierig, sich zu verständigen, viele trauten sich nicht. Innerhalb weniger Monate hat sich ihr Deutsch so verbessert, dass sie Interviews führen konnten“, erzählt Projektleiterin Paulina Cortés. Dass sich das Deutsch der Teilnehmer so verbessert hat, ist ein positiver Effekt des Filmprojekts. Auch sonst haben sich die Kinder und Jugendlichen verändert.  Sie haben neue Orte in Cuxhaven kennen gelernt, an denen die Filmszenen gedreht wurden. Sie haben sich gegenseitig ihre Leidenschaften erzählt und  gefilmt.  In einer Projektwoche in den Sommerferien wurde von morgens bis abends gedreht, geredet und intensiv am Film gearbeitet.

Arbeit am Set

In Interviews erzählen die Kinder und Jugendlichen von ihrer Ankunft und ihrem neuen Leben in Deutschland. Ein Thema im Film sind auch Träume. Die zehn Jahre alte Maria singt und tanzt wie Shakira, ihr größter Traum ist es, Sängerin zu werden, sie schreibt selber Texte. Im Film steht sie auf der Bühne singt auf Spanisch ein Liebeslied. Scheinwerfer leuchten, ihr Hut glitzert, es sieht aus wie auf einer richtigen Bühne, bei einem richtigen Konzert. Fußball ist auch ein wichtiges Thema für einige Projektteilnehmer, es ist nicht nur der Traum, Fußballprofi zu werden. Beim Fußball finden sie Gemeinschaft und neue Freunde, auf dem Fußballplatz sind sie zu Hause, Sprache ist auf einmal nicht mehr so wichtig, weil nur das Spielen zählt.

 Maria träumt davon, Sängerin zu werden

Es geht im Film auch darum, was die Kinder und Jugendlichen stärker macht. „Du muss kämpfen, das ist dein Leben, du musst einfach kämpfen“, sagt ein Teilnehmer, der wegen seiner dunklen Hautfarbe in mehreren Ländern auf seinem Fluchtweg am Anfang von Mitschülern diskriminiert wurde. Ähnlich erlebte das Maria aus Kolumbien, die vor Cuxhaven auch in Italien gelebt hat und dort auch Diskriminierung erlebt hat.

Das Filmprojekt hat dokumentarischen Charakter mit inszenierten Szenen und Interviews. Außerdem haben die Kinder und Jugendlichen an einem Theaterworkshop teilgenommen, ein Lied für den Film geschrieben und gemeinsam mit einem Musiker komponiert. In dem Projekt reflektieren die Kinder selber die Fragen, entscheiden auch, wie sie sich darstellen möchten. „Das Schönste für die Teilnehmer ist, in einer Gruppe zusammen zu sein, eine intensive Zeit zu erleben“, sagt Paulina Cortés. Und nicht zuletzt geht es bei den Kindern und Jugendliche, die neu in Cuxhaven sind, auch um die  Frage: Was lerne ich, neu zu lieben?

 

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